Was sind chemische Peelings und wie funktionieren sie?

Oft wenn ich über BHAs und AHAs rede, reagieren die meisten mit “Hä? Was ist das denn?”. Mittlerweile sind chemische Peelings schon ein bisschen bekannter und beliebter, aber viele kennen sie auch noch nicht. Deswegen bringen wir mal ein bisschen Licht ins Dunkle 🙂

Chemische Peelings waren früher eher eine Sache für den Fachmann. Zu Hause hat man schön mit den mechanischen Peelings (Salz- und Zuckerpeelings, usw.) hantiert, was grundsätzlich einfach eine andere Art des peelens ist. Aber warum denn jetzt chemisch? Die chemische Variante ist zwar ein bisschen komplexer, dafür aber weit schonender für die Haut und weitaus auch effektvoller. Mechanische Peelings können die Haut verletzten und zu Irritationen führen. Deshalb: Finger weg! Ich will hier auf die oberflächlichen Peelings eingehen, da mittel-und tiefschichtige Peelings immer noch eher was für den Hautarzt oder Kosmetiker sind und man die oberflächlichen regelmäßig zu Hause anwenden kann, mit Resultaten, die sich durchaus sehen lassen können!

Wie funktionieren chemische Peelings überhaupt? Sie entfernen, je nach Konzentration und Art, die obersten abgestorbenen Hautschichten (Epidermis) und lassen die Haut strahlen. Außerdem wird durch abgestorbene Hautzellen die Aufnahmefähigkeit anderer Produkte in die Haut verringert.  Kommen wir zu der ersten Art der chemischen Peelings:

Alpha Hydroxy Acids (AHAs)

AHAs sind Säuren, die man in Lebensmitteln findet. Beispielsweise Zitronensäure (zitrische Früchte), Glycolsäure (Zuckerrohr), Milchsäure (Saure Milch und Tomatensaft) usw. Am häufigsten werden Glykolsäure und Milchsäure in Peelings verwendet, da sie besonders kleine Moleküle enthalten und somit tiefer in die Haut eindringen können.

Für wen sind sie geeignet? hilft besonders gut gegen trockene Haut, da sie wasserlöslich sind, und in höheren Konzentrationen auch gegen Falten, Akne und Sonnenschäden.

Konzentrationen und pH: Konzentrationen von 4-10% sind üblich, es können auch Konzentrationen bis 20 oder 30%verwendet werden. pH-Werte unter 4 sind optimal. Je niedriger der pH, desto höher ist das Irritationsrisiko, aber desto effektiver sind die Peelings auch.

Beta Hydroxy Acids (BHAs)

BHAs sind ähnlich wie AHAs, mit dem Unterschied, dass sie fettlöslich sind, das bedeutet sie können auch verstopfte Poren “reinigen”. Das bekannteste BHA (wenn strenggenommen kein “richtiges” BHA) ist Salizylsäure. Salizylsäure ist verwand mit dem Wirkstoff “Aspirin” und wirkt entzündungshemmend. Wer jedoch eine Allergie gegen Aspirin hat, sollte Abstand von Salizylsäure nehmen!

Für wen sind sie geeignet? BHAs eignen sich eher für Leute mit eher Misch- bis ölige Haut. Da sie in die Poren eindringen können, sind sie besonders wirksam gegen Akne, Mittesser, Milien und verstopfte Poren. Für Männer besonders interessant, weil man sie super nach der Rasur anwenden kann, um Irritationen vorzubeugen (natürlich auch bei Frauen 😉 ) 

Konzentrationen und pH: Konzentrationen von 0,5%-2% sind üblich und am wirksamsten für den (alltäglichen) Gebrauch. Der pH-Wert von BHAs sind nicht so entscheidend, wie bei den AHAs, dennoch ist ein pH von 3-5 empfehlenswert.

Übrigens: die Haut wird durch die Säuren nicht dünner, sondern wird angeregt mehr Kollagen zu produzieren und somit sogar fester! Ein Gewöhnungseffekt stellt sich auch nicht ein, das heißt man braucht nicht ständig höhere Konzentrationen!

Achtung! Dadurch dass AHAs und BHAs die oberste Hautschicht entfernen, wird die Haut erheblich lichtempfindlicher. Das bedeutet, man sollte auf jeden Fall immer Sonnenschutz auftragen, wenn man chemische Peelings verwendet. Auch wenn nicht so viel Sonne scheint 😉 Die Lichtempfindlichkeit bleibt auch nach Absetzen der Peelings vorhanden, also mindestens 7 Tage danach Sonnenschutz von mindestens LSF 30 tragen.

Aber wie fängt man mit den Peelings jetzt eigentlich an? Gleiche die volle Dosis morgens und abends? Den Fehler habe ich übrigens selbst gemacht und würde ich nicht empfehlen! Man sollte die Haut langsam an die Peelings gewöhnen. Am besten erst mit einem anfangen und in der niedrigsten Konzentration. Anfangs auch nicht jeden Tag, sondern zum Beispiel 2-3 mal die Woche abends.

Das ist aber erstmal genug Information für den Anfang, was ich genau schon ausprobiert habe, was ich empfehlen kann und welche Produkte es überhaupt gibt, erzähle ich euch im nächsten Post (den ihr übrigens hier findet)! 🙂

Bis dann und ein frohes peelen,

Yvonne

 

Quellen

Green, B. A., Ruey, J. Y., & Van Scott, E. J. (2009). Clinical and cosmeceutical uses of hydroxyacids. Clinics in dermatology27(5), 495-501.

Wolverton, S. E. (2012). Comprehensive Dermatologic Drug Therapy: Expert Consult-Online and Print. Elsevier Health Sciences.

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